#VerschämteLektüren (5): Die Druckschrift und der Tränendrüsendruck. Und Katzen auch.

9 Kommentare

Wer Bücher über Bücher, Werke über das Buchmachen, über „Buchmacher“, Buchdrucker, Buchkünstler, Bildbände über Bibliotheken oder auch Bücher von Buchhändlerinnen kennenlernen möchte, der ist bei Ingrid vom Blog „DruckSchrift“ in den besten Händen. Ihr Blog ist – um es verkürzt zu beschreiben – spezialisiert auf das Buch rund ums Buch. Und eine wirklich seriöse Informationsquelle. Aber auch Ingrid hat nicht nur Wissenswertes auf Lager, sondern durchaus auch #VerschämteLektüren im Regal. Unter anderem ein Buch, das mich selbst in jungen Jahren die eine oder andere Packung Papiertaschentücher gekostet hat – *schluchz*.

Hier ihr Beitrag:

„Nein, das soll keine Entschuldigung sein. An den Inhalt von „… denn der Wind kann nicht lesen“ des englischen Autors Richard Mason kann ich mich nur noch vage erinnern. Es ist schon etliche Jährchen her, dass ich diesen Roman gelesen habe. Ich weiß aber noch sehr gut, dass er mich ungemein gerührt hat und ich viele Tränen vergossen habe. Wahrscheinlich hat das Buch deshalb in meinem Regal „überlebt“.

denn der WindIn wenigen Worten zusammengefasst, wird die in Indien spielende Liebesgeschichte des britischen Fliegeroffiziers Michael Quinn, der japanische Gefangene verhören muss, und der japanischen Sprachlehrerin Hanako erzählt – eine Beziehung, die tragisch endet. Schluchz.

Gern gelesen habe ich seinerzeit – ich muss eine Asien-Phase gehabt haben – auch „Suzie Wong“ vom selben Autor. Dieser Roman spielt im Hafenviertel von Hongkong und schildert die Beziehung eines Malers zu einem Barmädchen. Das Buch hat mir aber offenkundig nicht so viel wie „… denn der Wind kann nicht lesen“ bedeutet; eines Tages musste „Suzie“ jedenfalls aus Platzgründen weichen.

Würde ich die beiden in den 40er bzw. 50er Jahren entstandenen Romane heute noch einmal lesen (dazu habe ich aber keine Lust), würde mich neben den Liebesgeschichten auch interessieren, ob es darin offene oder versteckte politische Botschaften gibt; etwa wie das Auftreten von Europäern Asiaten gegenüber geschildert oder welches Frauenbild vermittelt wird – Aspekte, die mir in meinen jungen Jahren entgangen sein mögen, für die ich aber heute wesentlich sensibler bin.

Suzie WongViel, viel später in meinem Leben wurde durch Akif Pirinçci’s „Felidae“ ein wahrer Boom an Katzenkrimis ausgelöst. Ich war dabei, und Kater DJ begeistert sich noch heute dafür – schließlich ist der berühmt gewordene „Francis“ sein großes Vorbild. „Felidae“ ist mir ein wichtiges Buch insofern geworden, als es mich für das Thema „Tierversuche“ sensibilisiert hat. Und spannend war es auch. Von „schlechtem Buch“ oder „verschämter Lektüre“ kann in diesem Fall also keine Rede sein.

Aber:
Im Schlepp von Pirinçcis Erfolg erschienen dann zahlreiche Romane, in denen Katzen erfolgreiche Kriminalisten waren oder sonstwie im Zentrum der Geschichten standen; manche davon waren Klasse, wie zum Beispiel Remo Forlani’s „Die Streunerin“, andere aber waren wirklich nur leichte Lektüre „für zwischendurch“, also das, was Birgit gern „Flutschbücher“ nennt; das zeigt sich auch daran, dass ich neben den beiden positiv erwähnten Titeln heute nur noch zwei weitere Bücher mit Katzen als Helden im Regal stehen habe.“

Und hier geht es zum Blog der Autorin: http://druckschrift.wordpress.com/

9 comments on “#VerschämteLektüren (5): Die Druckschrift und der Tränendrüsendruck. Und Katzen auch.”

  1. Hat dies auf DruckSchrift rebloggt und kommentierte:
    Und dann gab es kein zurück mehr. Am Mittwoch habe ich um die Mittagszeit auf „Senden“ gedrückt. Die Mail an Birgit mit meinem Text zu Lektüren aus vergangenen Tagen – heute würde ich ja so was nie, nie, nie mehr lesen – war unterwegs. Eine leichte Nervosität begleitete mich fortan. Nun ja, heute kann man auf Sätze & Schätze nachlesen, was daraus geworden ist …

    Bevor ich eventuelle Kommentare verarbeite, vergrabe ich mich jetzt erst einmal mit anständiger Lektüre. Damit ich gewappnet bin, wenn mal eine Umfrage mit diesem Tenor gestartet werden sollte. Oder würde das zu langweilig?

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Ingrid,
      aber herzlich gerne…und danke fürs Rebloggen! Ich hoffe, Du bist nun nicht so sehr „beschämt“, dass Du Dich ganz vergräbst – aber Dein Vorschlag zu #AnständigenLektüren ist selbstverständlich überlegenswert (wobei wir das als Blogger ja überwiegend sowieso machen…) Liebe Grüße, Birgit

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    2. PS: Suzie Wong habe ich mir zurückerobert – nach Deinem Mail habe ich sofort einen Anruf gestartet, wohlwissend, dass das Buch dort noch herumsteht. Nächste Woche werde ich es haben und mich dann ein paar Stunden, ausgerüstet mit Papiertaschentüchern für den Fall der Fälle, vergraben…

      Gefällt 1 Person

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