#VerschämteLektüren (4): Susanne Haun und die Schwarte

34 Kommentare

Endlich, endlich, endlich – ein Bekenntnis zur Historienschinkenromanschwarte.
Mal im Ernst und Butter bei die Buchfische: Frage ich beispielsweise in meinem Bekanntenkreis, dann will keiner was gewußt haben. Ken Follett? Nie gehört. Der Medicus? Ja, igitt. Sinuhe, der Ägypter? Was ist denn das? Diana Gabaldon? Bleib mir weg damit!
ABER IRGENDJEMAND MUSS DIE DINGER DOCH GELESEN HABEN.
Denn: Historische Romane sind wahre Bestseller.
Ich vermute mal: Viele tun es, aber tun so, als ob nicht. Ich hab` auch noch nie nicht mit Begeisterung einen Dan Brown verschlungen, niemals nicht…

Wie man dieses Genre nicht nur kaufen, sondern auch nutzen kann, zeigt uns eine Künstlerin. Jeden Tag bezaubert mich Susanne Haun mit ihren wunderbaren Bildern, immer angereichert durch eigene Gedanken zum Entstehungsprozess, zur Kunst und zur Philosophie. Oftmals kombiniert mit ausgewählten Zitaten großer Denker. Da ist es doch irgendwie sehr beruhigend, dass Susanne zur Entspannung auch mal zu ganz anderer Lektüre greift und Platon, Freud & Co. dafür links liegen lässt.
Susanne also zu ihrem „schlechtesten Lieblingsbuch“, bei dem sie wirklich Stehvermögen (oder besser gesagt Hörvermögen) zeigt:

„Die Jahrhundert-Saga von Ken Follett. Ich habe sie ausgesprochen gerne (ungekürzt) gehört. Jeder der drei Teile ist so ungefähr um die 35 Stunden lang. Sie beginnt mit dem 1. Teil, den Sturz der Titanen im Jahr 1914 und berichtet von verschiedenen Familien in Deutschland, Russland, England und Amerika. Follet webt geschichtliche Handlung in Familiendramen ein.
Im 2. Teil, dem Winter der Welt, berichtet er weiter von den Familien und ihrer Auseinandersetzung mit dem 2. Weltkrieg. Vom Kalten Krieg, dem Freiheitskampf der Schwarzen, dem geteilten Deutschland erzählt er in seinem letzten Teil, den Kindern der Freiheit.kenfollett

Mir ist völlig klar, dass sich jegliche geschichtliche Wahrheit den Familiengeschichten unterordnet. Und doch ist es für mich entspannend, diese Bücher zu hören.“

Was die FAZ übrigens zur Jahrhundert-Saga meint, steht hier: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/rezensionen/belletristik/ken-follett-sturz-der-titanen-die-renaissance-des-schuetzengrabens-11087109.html

Hier geht es zum Blog von Susanne Haun: http://susannehaun.com/

34 comments on “#VerschämteLektüren (4): Susanne Haun und die Schwarte”

  1. Danke für deinen spritzigen Bericht, Birgit! Natürlich habe ich auch Dan Brown und den Medikus gehört. Mit Diana Gabaldon habe ich Schwierigkeiten, ich mochte ihre Bücher nicht … aber Phillip Vandenberg hör‘ ich auch mal gerne….
    Der FAZ – Artikel hat mir gefallen, ich kannte ihn noch nicht. Da kommt das Buch ja besser bei weg, als ich dachte 🙂

    Einen schönen Abend von Susanne

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    1. Liebe Susanne,
      freut mich, dass es Dir gefällt.
      Vandenberg -den Namen kenne ich jetzt noch nicht. Ja, und den FAZ-Artikel habe ich bewußt hinzugefügt, zu unser aller Beruhigung – wenn selbst das hohe Feuilleton Follett „legitimiert“, dann dürfen wir alle raus aus der Verschämt-Ecke. Auch Dir einen schönen Abend! Birgit

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      1. Hmm… also Legitimierung? Ich habe hier noch immer Sinuhe rumstehen und fand ihn so schlecht nicht. Ganz ohne Feuilleton-Weihen. 😉
        Und Vandenberg hat u.a. einen Roman über Hatschepsut geschrieben – den Wahrheitsgehalt will man da auch nicht zu genau ausleuchten. 😉

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    2. Und wie wirken sich Follett & Co. auf die Kreativität aus? Beflügeln sie Dich bei Deiner Arbeit? Wenn ja, sollte ich vielleicht auch mal einen Versuch wagen. Ein bißchen mehr Kreativität könnte (mir) schließlich nicht schaden 🙂

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      1. Ich hoffe, Susanne verrät uns das noch…Bei mir haben solche Bücher eher den Effekt, dass ich dann sooooo entspannt bin, dass ich meist nichts mehr tue. Und überhaupt bewundere ich Susanne, dass sie Hörbücher v.a. dieser Länge hören kann – für mich ist das leider kein Medium: Ich schlafe bei jedem Hörbuch nach 5 Minuten ein (was nichts mit der Qualität des Buches zu tun hat).

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      2. Das hören von Hörbüchern während des Zeichnens gibt mir Distanz und Lockerheit zum Arbeiten. Wenn ich mich konzentrieren muß, höre ich nicht zu. Das ist bei dieser Art von Büchern nicht schlimm…. ich finde den Faden immer wieder….
        Versuche es doch einfach mal Ingrid…. einfach während des Hörbuch oder Radio hörens mit Zeichnen anfangen. Ich kann dir die Übungen aus den Büchern von Betty Edwards empfehlen. Sie versetzen einen auch in Erstaunen…..
        Einen schönen Samstag wünscht Susanne

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      1. Liebe Birgit zu behaglich darf ich mich tatsächlich nicht fühlen, wenn ich mich mit meinem Geständnis hervorwage, das deinen Toleranzrahmen wahrscheinlich sprengt! Denn hin und wieder lese ich sehr gern einen schnulzig-schönen Hedwig-Courths-Mahler-Roman, am liebsten noch so eine richtig alte Schwarte, die aus dem Bücherregal einer verhärmten, sehnsüchtigen Magd sein könnte (wenn die überhaupt Bücherregale hatten) und unbedingt natürlich in altdeutscher Schrift. Und dann denke ich nicht ohne Wehmut an die etwas hölzernen Verfilmungen der 70ger Jahre mit Hansjörg Felmy… Aber des guten Endes kann man sich immer ganz sicher sein und das lässt mich dann schon ganz vorfreudig das Buch beginnen!
        So, und nun fühle ich mich, als hätte ich zugegeben, jeden Samstagabend eine Rosamunde-Pilcher-Verfilmung anzugucken und ehe ich es mir noch anders überlege, schicke ich mein Geständnis zusammen mit verschämten Grüßen los!
        Herzliche Grüße,
        Birgit

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  2. Also, aufs Ganze gesehen gehöre ich ja beim „Medicus“ auch zu den Naserümpfern, aber auf eine Szene aus dem Buch habe ich trotzdem mal in einem Blogbeitrag begeistert verwiesen. Fühlte sich im ersten Moment merkwürdig an, wäre aber verlogen gewesen, es nicht zu tun. 😉

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  3. Irgendein Historiker hat mal gesagt, er würde jedem Historiker raten, ab und zu einen historischen Roman zu schreiben. Die Übung würde helfen, die Materie in den Sachbüchern weniger trocken rüberzubringen. Frag mich nicht, wer das war, stand wahrscheinlich in irgendeinem Vorwort, das ich mal gelesen habe. Hier in England scheinen sich jedenfalls einige daran zu halten.

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      1. Allerdings, Birgit, …. wir haben im Geschichtsseminar einiges von Koselleck gelesen, das ist schon schwerer zu verstehen aber ich finde es auch faszinierend…. nun beschäftigen wir uns mit dem Archiv ….am Freitag gehen wir ins Geheime Preussische Staatsarchiv, das wird sicher interessant……
        Einen schönen Samstag wünscht dir Susanne

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      1. Ich wusste doch, dass ich das irgendwo schonmal gelesen habe, ob bei Dir oder direkt irgendwo bei Ian Mortimer weiß ich nicht mehr. Aber seitdem habe ich zumindest das Gefühl, dass ich einen historischen Schinken nicht mehr „heimlich“ lesen muss. 🙂

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      2. Ist doch ein schöner Nebeneffekt dieser literarischen Outings: Man lernt dazu. Und endlich muss man nicht mehr ständig die Schutzumschläge von Klassikern missbrauchen, indem man in ihnen den eigentlich Lesestoff versteckt 🙂

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    1. Ich denke, Peggy, dass ist ein guter Rat! Ich besuche gerade ein Seminar in Geschichte zum Thema Theorie und Methode und bin begeistert von den verschiedenen Arten, Geschichte zu interpretieren und wiederzugeben.
      Einen schönen Tag nach England sendet dir Susanne

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